Woher das Geld zur Euro-Rettung kommt

Aktuell werden in den Mainstream Medien [gemäss der Quelle Reuters, s. u.]  grundsätzlich im Kampf gegen die Euro-Krise vier Finanzierungsinstrumente, die auch kombiniert werden können besprochen, diese sind im Einzelnen nachfolgend aufgeführt.

Kommentar: Es gibt bekanntlich noch weit mehr Möglichkeiten, die zB. von der Abkehr vom Zinssystem, zur Rückkehr zur Sachwertdeckung (zB. Gold-, und/oder Silberdeckung) reichen, die aber aktuell noch nicht einmal ansatzweise im Mainstream, geschweige denn in der Politik besprochen werden.

Woher das Geld zur Euro-Rettung aktuell kommt

Grundsätzlich gibt es [gemäss der Quelle Reuters, s. u.] im Kampf gegen die Euro-Krise vier Finanzierungsinstrumente, die auch kombiniert werden können:

EFSF


Die „Europäische Finanzstabilisierungsfazilität“ (EFSF) kann 440 Milliarden Euro einsetzen.

Damit sie sich das Geld selbst am Bond-Markt zu Top-Konditionen leihen kann, wird sie von den Euro-Ländern mit Kredit-Garantien von rund 780 Milliarden Euro abgesichert.

Der Fonds kann Darlehen an Krisenländer vergeben, wovon bereits Irland und Portugal profitieren, demnächst kommt Griechenland dazu, für das bisher ein eigener Rettungsmechanismus greift.

Außerdem kann die EFSF direkt bei den Staaten Anleihen kaufen (Primärmarkt) oder in Ausnahmefällen indirekt über die Börsen (Sekundärmarkt).

Außerdem kann die EFSF besondere Kredite zur Stabilisierung des Finanzsystems eines Euro-Landes vergeben. Bisher verplant sind EFSF-Mittel von rund 190 Milliarden Euro.

Um die restlichen 250 Milliarden Euro maximal auszureizen, ist vorgesehen, sie finanztechnisch zu „hebeln“.

So soll die EFSF privaten Investoren in Euro-Anleihen 20 bis 30 Prozent ihres Ausfallrisikos absichern können. Am Ende könnte das Geld der EFSF damit für die zwei- bis dreifache Summe garantieren.

ESM


Die EFSF soll durch den dauerhaften Europäischen Stabilitäts-Mechanismus (ESM) abgelöst werden.

Bisher war der Stichtag 1. Juli 2013. Deutschland und Frankreich möchten den ESM auf 2012 vorziehen.

Ihm sollen die gleichen Instrumente wie der EFSF zur Verfügung stehen; das einsetzbare Kapital ist auf 500 Milliarden Euro festgelegt.

Abgesichert wird er zum einen durch einen Kapitalstock von 80 Milliarden Euro, der in fünf Jahresraten aufgebaut werden soll.

Deutschland muss von 2013 bis 2017 jährlich 4,3 Milliarden Euro an den ESM überweisen.

Hinzu kommen 620 Milliarden Euro an Kreditgarantien der Euro-Staaten.

Beides soll dem ESM die Spitzenbonitätsnote AAA sichern.

Der ESM-Vertrag ist noch nicht unterzeichnet, so dass es an seiner Struktur noch zu Veränderungen kommen kann.

So gibt es noch eine Diskussion, ob die EFSF und der ESM parallel betrieben werden sollten, um die Finanzmittel zu erhöhen. Deutschland lehnt das ab.

Außerdem fordert nach Angaben aus EU-Kreisen Frankreich, gar keine Obergrenze für den ESM festzulegen.

Hinzu kommen Überlegungen, ihm wie einer Bank die Kreditaufnahme bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ermöglichen. Auch das lehnte die Bundesregierung vor dem EU-Gipfel strikt ab.

IWF


Der Internationale Währungsfonds (IWF) ergänzt bereits die EFSF-Hilfen für Irland und Portugal und ist auch bei der Stabilisierung Griechenlands mit einem Drittel der Hilfen an Bord.

Das Problem: Auch die IWF-Mittel sind begrenzt.

EZB


Die Zentralbank ist schon in der Krisenbekämpfung aktiv und hat Anleihen von Krisenländern im Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro gekauft, um die Kurse an den Börsen zu stabilisieren.

Zudem stellt sie über verschiedene Instrument sicher, dass die Banken in der Euro-Zone in der Krise mit ausreichend Liquidität versorgt sind.

Einige Länder dringen darauf, dass die EZB zumindest bis zur vollen Einsatzfähigkeit des ESM ihr Anleihekaufprogramm stark ausweitet, um die Märkte unter Kontrolle zu halten.

Formell ist die EZB aber unabhängig und entscheidet selbst darüber, welche Summen sie einsetzt.

Zudem ist ihr die Staatsfinanzierung verboten. Ein Mandat hat sie nur für den Erhalt der Geldwertstabilität, was dem Anleihe-Kaufprogramm Grenzen setzt.

Quelle: Reuters (s. dazu auch http://www.welt.de/finanzen/article13766469/Merkel-und-Bernanke-loesen-Euro-Talfahrt-aus.html#)

Zum oben genannten Artikel aus der welt.de:

Schuldenkrise

Merkel und Bernanke lösen Euro-Talfahrt aus

Die Absage der Kanzlerin an eine größere Haftung des Rettungsschirms ESM und der Verzicht der Fed auf weitere Konjunkturspritzen belasten den Euro-Kurs.

Die Politik bringt den Euro unter Druck. Mit ihrer erneuten Absage an eine erhöhte Haftungsobergrenze des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Euro auf Talfahrt geschickt. Die Verluste der Gemeinschäftswährung vergrößerten sich dann nochmals durch den Verzicht der US-Notenbank Fed auf weitere Maßnahmen. Der Euro-Kurs fiel von 1,32 Dollar auf Vortag auf 1,3016 Dollar und kratzt damit an der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 Dollar.

Foto: dpa Der Euro kratzt an der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 Dollar

Merkel sagte in der CDU/CSU-Fraktionssitzung nach Angaben von Teilnehmern, dass die Überprüfung der Obergrenze von 500 Milliarden Euro im März zwar in dem EU-Gipfelbeschluss stehe, sie dies aber nicht für nötig halte. „Jede Hoffnung auf mehr Geld, die erstickt wird, führt derzeit zu solch deutlichen Kursreaktionen“, sagte ein Händler.

Fed hält sich mit Konjunkturmaßnahmen zurück

Ähnlich zurückhaltend wie die Kanzlerin zeigte auch die US-Notenbank Fed, die sich zunächst mit weiteren Konjunkturspritzen zurückhält. Einige Marktteilnehmer hatten zuvor mit einer Unterstützung der Euro-Zone gerechnet, da die auch in den USA als großer Unsicherheitsfaktor gesehen wird.

Woher das Geld zur Euro-Rettung kommt

Grundsätzlich gibt es im Kampf gegen die Euro-Krise vier Finanzierungsinstrumente, die auch kombiniert werden können [siehe oben]

Der Offenmarktausschuss beschloss am Dienstag, den historisch niedrigen Leitzins von null bis 0,25 Prozent beizubehalten. Daran soll sich auch bis Mitte 2013 nichts ändern. Angesichts der weltweiten Turbulenzen im Sog der Euro-Krise halten sich die Notenbanker um Gouverneur Ben Bernanke jedoch die Tür für weitere Ankaufprogramme zur Stützung der lahmenden Konjunktur offen.

„Der Ausschuss ist darauf vorbereit, seine Instrumente zur Förderung einer stärkeren wirtschaftlichen Erholung im Zusammenspiel mit Preisstabilität einzusetzen“, heißt es in der Erklärung zu dem Zinsentscheid, der mit neun zu eins Stimmen fiel. Wie bereits im Vormonat verlangte der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, vergeblich eine sofortige Konjunkturspritze.

Verluste an der Wall Street

Nicht nur der Euro, auch die die Börsen reagierten darauf. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte wie auch der breiter gefasste S&P 500 drehten nach der Zinsmitteilung leicht ins Minus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss rund 0,55 Prozent schwächer bei 11.954 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.904 und 12.147 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 verlor rund 0,9 Prozent auf 1225 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab rund 1,3 Prozent ab auf 2579 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent schwächer bei 5774 Zählern.

Reuters/dpa/dma
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