Der Billionen-Euro-Hebel ist auf der Kippe (Eurobonds)

Laut einem Medienbericht wird die Hebelung des Euro-Rettungsfonds kleiner ausfallen als erhofft. Der Grund dafür ist offenbar in Asien zu suchen.

Der Rettungsfonds wird zurecht gerückt: Mann vor den Flaggen Griechenlands und der EU beim Treffen der Finanzminister.

Der Rettungsfonds wird zurecht gerückt: Mann vor den Flaggen Griechenlands und der EU beim Treffen der Finanzminister.
Bild: Keystone

Der Versuch, die verbliebenen Mittel des Euro-Rettungsfonds EFSF auf rund eine Billion Euro zu hebeln, steht nach Informationen des deutschen Magazins «Spiegel» kurz vor dem Scheitern. Beim Treffen der Euro-Gruppe Anfang kommender Woche wolle EFSF-Chef Klaus Regling den Finanzministern Varianten vorlegen, die nur noch auf eine Verdoppelung und allenfalls auf eine Verdreifachung der Restmittel von 250 Milliarden Euro hinauslaufen, berichtete das Nachrichtenmagazin ohne Angaben von Quellen vorab aus seiner neuen Ausgabe. Ursprünglich wollten die Euro-Retter diese Summe mit Beteiligung privater Investoren auf das Vier- bis Fünffache steigern.

Grund für das Scheitern ist laut «Spiegel» die Zurückhaltung potenzieller Geldgeber, vor allem aus Asien. Um seine Finanzkonstrukte für Anleger attraktiver zu machen, müsse sich der Rettungsschirm nun mit mehr Eigenmitteln engagieren, was den Hebel kleiner ausfallen lasse.

Der Euro-Rettungsfonds ist das wichtigste Werkzeug der Eurozone gegen eine Ausbreitung des Schuldenproblems. Daher soll die Schlagkraft des Fonds erhöht werden – allerdings ohne weiteres Geld bereitzustellen. Die Hoffnung ist, dass etwa über ein vorgeschlagenes Versicherungsmodell die noch nicht verplanten rund 250 Milliarden Euro eine Wirkung wie rund eine Billion Euro erzielen.

Deutsche Wirtschaftsweise gegen Euro-Bonds

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat indessen bei ihrem strikten «Nein» zu gemeinsamen europäischen Anleihen die Rückendeckung der «Wirtschaftsweisen» ihres Landes erhalten. «Euro-Bonds lehnt die Mehrheit des Sachverständigenrats strikt ab», sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, dem Nachrichtenmagazin «Focus» laut Vorabbericht. Allerdings seien alle noch infrage kommenden Massnahmen gegen die Euro-Krise teuer und risikobehaftet.

«Wir haben eigentlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera», sagte Franz. Auf den Finanzmärkten sei eine «Spirale des Vertrauensverfalls» zu beobachten. Wegen der steigenden Finanzierungskosten vieler Staaten am Kapitalmarkt setzt die EU-Kommission auf gemeinsame Anleihen der Euroländer. Diese würden Krisenstaaten wie Italien niedrigere Zinsen bescheren, im Gegenzug aber Deutschland stärker belasten. (miw/AFP)

Erstellt: 26.11.2011, 23:35 Uhr [Quelle]

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